Glossar Buchstabe V

 

 

 

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Verbrauchsteuern

Indirekte Abgaben auf den Verbrauch und den Gebrauch bestimmter Produktkategorien: Mineralöl, Alkohol, alkoholhaltige Getränke, Tabakerzeugnisse. Die Verbrauchsteuern in Frankreich betreffen insbesondere die alkoholhaltigen Getränke und sind:
- die Verbrauchsteuern auf den Wein, Cidre, Poiré und den Met;
- die Verbrauchsteuern auf den Alkohol und seine Zwischenerzeugnisse;
- die besondere Verbrauchsteuer auf Biererzeugnisse.


Verbringen, innergemeinschaftliches

Im Sinne des Umsatzsteuergesetzes liegt ein innergemeinschaftliches Verbringen vor, wenn ein Unternehmer einen Gegenstand seines Unternehmens aus dem Gebiet eines EU-Mitgliedstaates zu seiner Verfügung in das Gebiet eines anderen EU-Mitgliedstaates befördert oder versendet. 
Beispiel: Der französische Unternehmer F. verbringt eine Maschine aus seinem Unternehmen in Frankreich in seinen Zweigbetrieb nach Deutschland, um sie dort auf Dauer einzusetzen.
Das Verbringen wird einer innergemeinschaftlichen Lieferung gleichgestellt, und somit ist der Gegenstand im Ausgangsland von Steuern befreit, aber im Bestimmungsland fällt die Einfuhrumsatzsteuer an.
Im zollrechtlichen Sinne ist der Begriff "Verbringen" von Waren in das Zollgebiet der Gemeinschaft gesetzlich nicht definiert. Waren gelten in dem Moment als in das Zollgebiet der EU "gebracht", sobald sie die Grenze des Zollgebietes passiert haben.


Veredelung

Unter Veredelung versteht man eine wertsteigernde Ver- oder Bearbeitung.
Laut Zollkodex sind es folgende Vorgänge:
— die Bearbeitung von Waren einschließlich ihrer Montage, Zusammensetzung und Anpassung an andere Waren;
— die Verarbeitung von Waren;
— die Ausbesserung von Waren einschließlich ihrer Instandsetzung
und Regulierung;
— die Verwendung bestimmter nach dem Ausschussverfahren festgelegter Waren


Veredelung, aktive

In der aktiven Veredelung werden Nichtgemeinschaftswaren in das Zollgebiet der Gemeinschaft eingeführt, um nach entsprechender Bearbeitung in Form von Veredelungserzeugnissen das Zollgebiet wieder zu verlassen.
Der wirtschaftliche Vorteil der aktiven Veredelung besteht darin, dass die eingeführten Nichtgemeinschaftswaren von Abgaben befreit bleiben.
Zur Durchführung der aktiven Veredelung stehen zwei Verfahren zur Verfügung:
a. Nichterhebungsverfahren: Hier werden keine Einfuhrabgaben erhoben und keine handelspolitischen Maßnahmen angewandt, wenn die Waren in Form von Veredelungserzeugnissen aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft wiederausgeführt werden.b.Verfahren der Zollrückvergütung: Hier werden die Einfuhrwaren zunächst in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt. Dabei werden die Einfuhrabgaben erhoben und sämtliche handelspolitischen Maßnahmen angewandt. Die Einfuhrabgaben werden später auf Antrag erstattet oder erlassen, wenn die Waren als Veredelungserzeugnisse ausgeführt werden.


Veredelung, passive

Im Rahmen der passiven Veredelung werden Gemeinschaftswaren werden vorübergehend aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft ausgeführt,
anschließend im Drittland Veredelungsvorgängen unterzogen und nach Wiedereinfuhr bei vollständiger oder teilweiser Befreiung von Einfuhrabgaben in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt.
Dabei werden nur die "Veredelungskosten" verzollt.


Veredelungserzeugnisse

Die Veredelungserzeugnisse sind Vorprodukte, die durch Veredelungsvorgänge (Montage, Ausbesserung und andere) endverarbeitet wurden. Es gibt Hauptveredelungserzeugnisse, für deren Herstellung das Verfahren bewilligt wurde, und Nebenveredelungserzeugnisse, die bei der Verarbeitung zwangsläufig anfallen.


Veredelungsvorgänge

Die Veredelungsvorgänge umfassen laut Art.114 Abs. 2 C Zollkodex):-die Bearbeitung von Waren einschließlich ihrer Montage, Zusammensetzung und Anpassung an andere Waren,
-die Verarbeitung von Waren,
-die Ausbesserung von Waren einschließlich ihrer Instandsetzung und Regulierung,
-die Verwendung bestimmter Waren, die nicht in die Veredelungserzeugnisse eingehen, sondern ihre Herstellung ermöglichen oder erleichtern, ausgenommen Treibstoffe und Schmiermittel, verwendet, Energiequellen und Werkzeug.


Verfahren, vereinfachte

Spezielle Zollverfahren, durch die die Behandlung eingeführter Waren vereinfacht und beschleunigt wird. Hierfür ist eine Bewilligung vorab durch das Zollamt erforderlich.
In Deutschland gibt es:
- die unvollständige Zollanmeldung, die nicht alle erforderlichen Angaben enthält. (Die fehlenden können erst später nachgereicht werden.)
- das vereinfachte Zollverfahren, bei dem für die einzelnen Sendungen eine Zollanmeldung abgegeben werden kann, die nur die wesentlichen Angaben zu enthalten braucht.
- das Anschreibeverfahren - die Waren werden im Betrieb des Empfängers erfasst und (weitgehend ohne unmittelbare Mitwirkung der Zollstelle) in ein Zollverfahren übergeführt.


Versandverfahren, gemeinsames

Zollverfahren für die Beförderung von Waren zwischen der Gemeinschaft und den EFTA-Ländern sowie zwischen den EFTA-Ländern untereinander. Rechtsgrundlage ist das Übereinkommen vom 20.05.1987


Versandverfahren, gemeinschaftliches

Das gemeinschaftliche Versandverfahren erlaubt die (bis zum Bestimmungsort abgabenfreie) Beförderung von Nichtgemeinschaftswaren zwischen zwei Orten innerhalb der Gemeinschaft. Es beruht auf dem Zollkodex der Gemeinschaften (Verordnung Nr. 2913/92 des Rates) und seinen
Durchführungsvorschriften (Verordnung der
Kommission Nr. 2454/93).


Versender, zugelassener

Person, der die Durchführung von Versandvorgängen ohne Gestellung der Waren und ohne Vorlage der Versandanmeldung bei der Abgangsstelle genehmigt wurde.


Versendung, innergemeinschaftliche

Versendung (innergemeinschaftliche) bezeichnet das Versenden von Gemeinschaftswaren von einem EU-Mitgliedsland in ein anderes. Seit der Verwirklichung des Europäischen Binnenmarktes 1993 unterteilt man den Warenverkehr in solchen zwischen EU-Mitgliedsstaaten (Begriffe: Eingang und Versendung) und Warenverkehr mit Drittländern (Begriffe: Einfuhr und Ausfuhr).
siehe: Eingang, innergemeinschaftlicher
Erwerb, innergemeinschaftlicher
Lieferung, innergemeinschatliche
Warenverkehr, innergemeinschaftlicher


Verwahrungsort

Ort im Freien, der für die Lagerung von Schwergütern oder Containerwaren aus dem Ausland bis zu ihren zollrechtlichen Bestimmung.


Verwendung, vorübergehende

Dieses Zollverfahren erlaubt es, unter Ganz- oder Teilaussetzung von Steuern und Abgaben Nichtgemeinschaftswaren einzuführen, um sie vorübergehend auf dem Zollgebiet zu benutzen, und anschließend in das Ursprungsland wiederauszuführen.


Veterinärdokument, gemeinsames

Das gemeinsame Veterinärdokument (GVDE) muss bei der Einfuhr von lebenden Tieren oder Erzeugnissen tierischen Ursprungs aus Ländern außerhalb der Europäischen Union zwingend vorgelegt werden.


VISEGRAD

Die Visegrad-Gruppe besteht aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Polen. Sie wurde 1991 gegründet, nach dem Zerfall des sowietisch geführten Ostblocks.
Heute ist diese Gruppe nur im Rahmen des gemeinsamen Versandfahrens an Bedeutung, da sie bereits 1996 (vor Ihrer Vollmitgliedschaft) das entsprechende Übereinkommen unterzeichneten und neben den EFTA-Ländern Vertragspartner der EU wurden.


vorübergehende Verwendung

siehe: Verwendung, vorübergehende


VV (vorübergehende Verwendung)

Vorübergehende Verwendung (Englisch: Temporary Admission)
Siehe auch : Verwendung, vorübergehende,
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