Glossar Buchstabe Z

 

 

 

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Zahlung der Abgaben

Die Zölle und Abgaben sind bar und vor der Warenabholung zu entrichten.
Es sind Erleichterungen vorgesehen, um die Warenfreigabe zu beschleunigen (Zahlungsaufschub). Die Zahlung durch Sicherheiten ist ebenso zulässig.


Zahlungsaufschub

Bewilligung, die dem Anmelder erlaubt, seine Waren im Laufe der Zollabfertigung zu entnehmen, ohne sofort die fälligen Zölle und Abgaben zahlen zu müssen.
Der Aufschubnehmer hat eine Sicherheit (z.B. Bankbürgschaft) für einen Jahreszeitraum zu hinterlegen.


Zahlungsaufschub (Verbrauchsteuer)

Der Zahlungsaufschub bei den Verbrauchsteuern erlaubt es, die Entrichtung der Verbrauchsteuerschuld bis zum 5. Tag des auf die Steuerentstehung folgenden Monats zu verschieben. Voraussetzung ist die vorherige Hinterlegung einer Sicherheit beim Zoll.In Frankreich erlaubt die erteilte Bewilligung dem Aufschubnehmer, die Zahlung der Steuerschuld bis zu 30 Tagen nach der Fälligkeit der Verbrauchsteuer vorzunehmen.


ZK

Zollkodex der Gemeinschaften


ZK-DVO

Zollkodex-Durchführungsverordnung (EU-Verordnung)


Zoll

Abgaben, die bei Ein-oder Ausfuhr von Waren aus dem Zollgebiet der Europäischen Union fällig wird.
Es gibt Wertzolltarife (siehe auch ad-valorem), d.h. diese werden auf Basis des Warenwertes ermittelt, oder spezifische Zölle, bei denen die Bemessungsgrundlage die Warenmenge ist: je nach Gewicht, Volumen, Anzahl der Güter.


Zollagent, zugelassener

Der zugelassene Zollagent wird von der entsprechenden Stelle beim französischen Finanzministerium (bureau F1 der Direction Générale des Douanes et des Droits Indirects) dazu berechtigt, als natürliche oder juristische Person, für fremde Rechnung Zollformalitäten zu erfüllen.
Die Vertretung kann sein:
direkt, wenn der Vertreter im Namen und für Rechnung eines anderen handelt.
oder indirekt, wenn der Vertreter im EIGENEN Namen, aber für Rechnung eines anderen handelt.


Zollamt, Zollaußenstelle (Frankreich)

Die Zollämter in Frankreich umfassen :1. Zollämter für Zollabgaben und indirekte Steuern, die je nach Zuständigkeitsgebiet, in die zwei folgenden Kategorien eingeteilt werden :


-  "allgemeine" Zollämter, in denen alle Typen von Zollformalitäten erfüllt werden können;
- spezialisierte Zollämter, an denen nur bestimmte Waren zolltechnisch freigemacht werden können und die also für die Anwendung spezieller Vorschriften zuständig sind. 2. Zollaußenstellen, die buchungstechnisch einem Zollamt für Steuereinnahmen angehören, und zur gleichen Abgabenkategorie zuständig sind.


Zollanmeldung (Einfuhr oder Ausfuhr)

Zollamtlilche Handlung, mit der eine Person in der vorgeschriebenen Form und nach den vorgeschriebenen Bestimmungen die Absicht bekundet, eine Ware in ein bestimmtes Zollverfahren
überführen zu lassen.


Zollanmeldung, ergänzende
(Vereinfachtes Verfahren und Anschreibeverfahren)

Die ergänzende Zollanmeldung ist eine Vereinfachung bei der Einfuhrzollanmeldungen und bedarf vorheriger Bewilligung.
Da der Anmelder zum Zeitpunkt der Einfuhr noch nicht alle Angaben und Unterlagen hat, darf er diese in einer zweiten Anmeldung, der ergänzenden Anmeldung, nachreichen.
In Deutschland gibt es dafür das Vereinfachte Anmeldeverfahren und das Anschreibeverfahren.


Zollkodex der Gemeinschaft

Der Zollkodex der Gemeinschaft (ZK)enthält folgende Elemente :
- Allg. Durchführungsvorschriften (Teil I)
     * Elemente, auf deren Basis die Einfuhr- oder Ausfuhrzölle sowie andere handelspolitische Maßnahmen angewandt werden.
      * Vorschriften, die auf die in das EU-Zollgebiet verbrachten Waren angewandt werden, bis diese ihre zollrechtlichen Bestimmung bekommen.
- zollrechtliche Bestimmung (Teil II)
- Vorzugsbehandlung (Teil III )
- Zollschuld  (Teil IV)
- Kontrolle der Verwendung und/oder der Bestimmung der Waren  (Teil IV )
- Schlussvorschriften  (Teil V )


Zollkontrolle

Amtshandlung zur Überprüfung von Waren, Unterlagen, Buchhaltung oder zur Einleitung von behördlichen Ermittlungen durch die Zollbehörde des Mitgliedsstaates mit dem Ziel die Einhaltung der Zoll- und Handelsvorschriften.


Zolllager

1. Zollrechtliches Verfahren mit wirtschaftlicher Bedeutung, das die Lagerung von Waren erlaubt, und zwar:
- Nichtgemeinschaftswaren bei der Einfuhr, ohne dass sie einer zollrechtlichen Bestimmung oder einer handelspolitischen Maßnahme unterzogen werden.
- Gemeinschaftswaren, die auf ihre Ausfuhr warten.
2. Lagerorte oder -Einrichtungen für die zeitlich unbegrenzte Einlagerung von Waren, die von der Zollverwaltung zugelassen wurden und Kontrollen unterliegen.


Zolllager, öffentliches

Öffentliche Zolllager stehen jedem für die Lagerung von Waren zur Verfügung. Die Lagereinrichtung muss von der Zollbehörde bewilligt werden. Dabei sind Lagerhalter und Einlagerer unterschiedlich.


Zolllager, privates

Das private Zolllager ist die meist verbreitete Form. Lagerhalter und Einlagerer sind identisch.
Der Lagerhalter ist dabei nicht zwingend Warenbesitzer.
siehe: Zolllager


Zollplafond
Höchstmenge

Ein Zollplafond ist eine mengen- oder wertmäßige Beschränkung für die zollbegünstigte Einfuhr und wird individuell durch eine Rechtsverordnung z.B. im Zusammenhang mit einem Präferenzabkommen eröffnet.
Ist die Gesamtmenge des Zollplafonds erreicht, führt dies - anders als bei Zollkontingenten - nicht unmittelbar zum Wegfall der Zollvergünstigung, sondern erst nach Veröffentlichung einer Rechtsverordnung der Gemeinschaft.


Zollprüfungen

Durchführung bestimmter Amtshandlungen. In Deutschland werden folgende Bereiche aufgelistet:


- Steuer- und Abgabengerechtigkeit
- Schwarzarbeitsbekämpfung
- Verbraucherschutz
- Produktpiraterie
- Einsatz gegen Schmuggel und Kriminalität
- Terrorismusbekämpfung
- Außenwirtschaftsüberwachung
- Artenschutz


Zollschuld

Die Verpflichtung einer Person, die für eine bestimmte
Ware im geltenden Gemeinschaftsrecht vorgesehenen Einfuhrabgaben (Einfuhrzollschuld) oder Ausfuhrabgaben (Ausfuhrzollschuld) zu entrichten.


Zollstelle, zuständige

Die zuständige Zollstelle (bureau de domiciliation), an der die Zollaktivitäten eines Unternehmens im Rahmen eines besonderen Zollverfahrens vorgenommen werden  (z.B. Anschreibeverfahren oder vereinfachtes Anmeldeverfahren).
Für das Anschreibeverfahren (domiciliation unique) ist die zuständige zentrale Zollstelle diejenige, die die Sicherheitsleistung, die Zollformalitäten (Anschreibung in der Buchführung und ergänzende Zollanmeldung) und die Abgabenzahlung abwickelt.
Die regionalen Zollstellen hingegen, an die die einzelnen Unternehmensniederlassungen gebunden sind, werden als "nachgeordnete Zollstellen" (bureaux de rattachement) bezeichnet.


Zolltarif (Frankreich)

Bei der Einfuhr in ein EU-Land, hier Frankreich, werden die nationalen zollrechtlichen Bestimmungen durch die Nomenclature de Dédouanement des Produits (NDP) abgebildet.
Der NDP-Tarif ist zusammengesetzt aus dem TARIC und 3 weitere "französische" Symbole.
siehe auch: NDP


Zolltarif, gemeinsamer

Der gemeinsame Zolltarif ist eine Sammlung von Rechtsvorschriften, ein einheitliches kodifiziertes Gesetzeswerk der EU, das alle EU-weit geltenden(tarifäre, agrarpolitische, handelspolitische) Maßnahmen umfasst,  die der Einschränkung des Warenflusses und der Erhebung von statistischen Daten dienen.


zolltariflich

Der sich auf den Zolltarif bezieht; einschließlich Kontingente, Plafonds, handelspolitische Maßnahmen.


Zollunion

Die Zollunion ist die Vereinigung zweier oder mehrerer Zollgebiete mit der Wirkung, dass:- alle Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse für den überwiegenden Teil des Handels zwischen den Partner der Zollunion abgeschafft werden und
- ein gemeinsamer Zoll und gemeinsame Regeln für nichttarifäre Beschränkungen für den überwiegenden Teil des Handels mit Drittländern gelten.Die Zollunion ist ein wichtiger Teil des  Gemeinsamen Marktes. Sie wurde schon 1957 im Vertrag zur Gründung der EWG festgeschrieben.Als weiteren Bestandteil der Zollunion betrachten wir ebenfalls die Handelsverträge der EU mit Drittländern. (z.B. Abkommen mit den AKP-Staaten, mit der Türkei, Merkosur usw.)
siehe: Präferenzabkommen


Zollverfahren

Zollverfahren sind Prozeduren bzw. Formalitäten, die ein Wirtschaftsbeteiligter erfüllen muss, damit seine Ware eine zollrechtliche Bestimmung erhalten kann. Der EU-Zollkodex unterscheidet 8 Verfahren:
- Überführung in den freien Verkehr
- Versandverfahren (Transit)
- Zolllager
- aktive Veredelung
- Umwandlungsverfahren
- vorübergehende Verwendung
- passive Veredelung
- Ausfuhr


Zollverfahren mit wirtschaftlicher Bedeutung

Die Zollverfahren mit wirtschaftlicher Bedeutung benötigen eine Bewilligung durch die Zollbehörde und in speziellen Fällen eine Beurteilung der ökonomischen Auswirkung. Hierzu zählen:— das Zolllagerverfahren,
— die aktive Veredelung,
— die Umwandlung unter zollamtlicher Überwachung,
— die vorübergehende Verwendung,
— die passive Veredelung


Zollverfahren, normales

Alle Zollförmlichkeiten, um Waren bei der Ein- oder Ausfuhr eine zollrechtliche Bestimmung zu geben, werden beim normalen Zollverfahren vom Wirtschaftsbeteiligten bei der entsprechenden Zollstelle vor Ort durchgeführt.


Zollwert

Der Wert der Waren, der nach den zollrechtlichen Regeln für die Bemessung von Wertzöllen ermittelt wird.
Nach dem Zollkodex ergibt sich der Zollwert aus dem gegebenenfalls berichtigten Transaktionswert  der eingeführten Waren. Wenn dieser nicht festgestellt werden kann, ist eine (der fünf vorgeschriebenen) Methoden anzuwenden, die ihn abschätzen.Der Zollwert bildet zusammen mit der Beschaffenheit und dem Ursprung der Waren eine Basis zur Anwendung der zollrechtlichen Vorschriften- Zölle, Abgaben, Verbote usw.


Zugelassener Wirtschaftbeteiligter (AEO)

Mit der EU-Verordnung Nr. 648/2005 hat man den Begriff des Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (Authorized Economic Operator) eingeführt.
Es ist ein zollrechtlicher Status, der jedem in der Gemeinschaft niedergelassenen Wirtschaftsbeteiligten zollrechtlichen Vereinfachungen und/oder Vereinfachungen bei der Erfüllung der Sicherheitsstandards bringt, der bestimmte Kriterien erfüllt:
- Einhaltung der
Zollvorschriften und/oder der Sicherheitsstandards
- angemessene Führung seiner Geschäftsbücher und Zahlungsfähigkeit